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Aller Anfang ist teuer - das erste Auto

 

Führerschein bestanden, das erste Auto zusammengespart – jetzt könnte es losgehen, wenn die Versicherung nur nicht so teuer wäre! Jahresbeiträge um die 2.000 Euro für die Versicherung eines Kleinwagens sind für Fahranfänger keine Seltenheit, müssen aber nicht unbedingt sein.

Warum ist die Versicherungsprämie für Fahranfänger so hoch?
Junge Fahranfänger im Alter zwischen 18 und 25 Jahren haben ein höheres Unfallrisiko als Autofahrer in anderen Altersgruppen. Sie stellen zwar nur knapp 12 Prozent aller Führerscheinbesitzer der Klasse 3, verursachen aber knapp ein Drittel aller Pkw-Unfälle. Bei Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss ist diese Gruppe mit über 33 Prozent Spitzenreiter, und rund 42 Prozent aller Tempo-Delikte gehen auf das Konto der jungen Führerscheinneulinge. Dieses höhere Unfallrisiko lassen sich die Versicherungen natürlich bezahlen. Fahranfänger starten im Prinzip immer mit der Schadensfreiheitsklasse 0, das entspricht einem sehr hohen Beitragssatz von bis zu 240%, je nach Gesellschaft.

Wie Fahranfänger sparen können:

  • Das höchste Sparpotenzial eröffnet sich beim Auto selbst: wer das erste Mal einen Wagen selbst anmeldet und versichert, sollte zunächst ein Modell wählen, das von den Versicherungen günstiger eingestuft wird. Dies sind im Allgemeinen Kleinwagen mit geringer Motorleistung und einer vorteilhaften Unfallstatistik. Die Einstufung eines Autos erfolgt in so genannte Typklassen, in der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es  16 Typklassen (10-25), in der Vollkasko sind es 25 (10-34) und in der Teilkaskoversicherung 24 (10-33). Je höher die Typklasse, desto teurer der Beitrag in der Kfz-Versicherung. Welche Typklasse für Ihr Auto gilt, können Sie unter http://www.gdv-dl.de/typen.html bestimmen. Also gilt: beginnen Sie mit einer niedrigen Typklasse und fahren Sie so zunächst Ihre Schadenfreiheitsklasse „herunter“.
  • Statistisch gesehen passieren Fahranfängern auch mehr Unfälle an denen sie nicht selbst Schuld sind. Erfahrene  Fahrer umgehen öfter gefährliche Situationen und bügeln damit Fehler anderer aus - das erste eigene Auto sollte also eher so beschaffen sein, dass ein kleinerer Blechschaden nicht weiter ins Gewicht fällt.
  • Bei den Kosten eines Autos spielt auch die KFZ-Steuer eine wichtige Rolle. Gerade für Fahranfänger ist so z.B. ein KAT wichtig, und Fahrzeuge mit Dieselmotoren sind in der Steuer deutlich teurer als Benziner.
  • Rabattmerkmale ausnutzen: Eine Bahncard der Deutschen Bahn oder eine Dauerkarte des örtlichen öffentlichen Nahverkehrs können sich beispielsweise doppelt auszahlen. Denn wer bestimmte Strecken nicht mit dem Auto zurücklegt, spart einerseits beim Sprit, andererseits aber auch bei der KFZ-Versicherung. Viele Gesellschaften bieten nämlich Rabatte für Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel an.
  • Das Fahranfänger-Risiko für die Versicherung lässt sich mindern: wer beispielsweise einen zusätzlichen Fahrkurs (Schleuderkurs, Sicherheitstraining etc.) bei einer anerkannten Organisation wie dem ADAC absolviert, kann bei einigen Versicherungen seinen Tarif deutlich senken. Außerdem bekommen beispielsweise Mitglieder des ADAC bei vielen Versicherungen rund ums Auto Sonderkonditionen – eine Mitgliedschaft kann sich also lohnen.
  • Das Auto kann über eine weitere Person versichert werden, die kein Fahranfänger ist, z.B. einen Eltern- oder Großelternteil. Hier wird die Schadensfreiheitsklasse des Versicherungsnehmers für den Tarif zu Grunde gelegt, was bei Omas 40 unfallfreien Jahren natürlich ziemlich vorteilhaft ausfällt. Diese Variante bietet sich besonders für die ersten drei Jahre nach der Führerscheinprüfung an: denn wer seinen PKW-Führerschein schon länger als drei Jahre besitzt, kann sich bei Abschluss der ersten KFZ-Versicherung in die Schadensfreiheitsklasse ½ (110%-140%) einstufen lassen, was schon mehrere hundert Euro Ersparnis jährlich gegenüber der Klasse 0 bedeuten kann.
  • Das Fahrzeug kann auch als Zweitfahrzeug der Eltern oder Großeltern versichert werden: Zweitwagen werden bei den meisten Versicherern zunächst mit 120% (SF ½) versichert. Weist man nach drei Jahren nach, dass man das Fahrzeug genutzt hat, kann der erreichte Rabatt übertragen werden.
  • Schadensfreiheitsrabatte übernehmen: Viele Versicherungen bieten die Möglichkeit an, bei einer Übernahme eines bestehenden Versicherungsvertrages auch die erreichte Schadensfreiheitsklasse des vorherigen Versicherungsnehmers zu übernehmen, allerdings mit einer Einschränkung: die Anzahl der übernommenen schadensfreien Jahre kann nicht höher sein als die Anzahl der Jahre, die der neue Versicherungsnehmer seinen Führerschein besitzt. Ein Beispiel: X hat seit vier Jahren einen Führerschein, sein Auto war bisher über seinen Großvater versichert, der mit Schadensfreiheitsklasse 25 fährt. X übernimmt den Versicherungsvertrag vom Großvater und kann nun (statt in Klasse ½) mit Schadensfreiheitsklasse 4 (etwa 65%) beginnen.


 

FAQs zum Thema "Aller Anfang ist teuer - das erste Auto"


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