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Sparen beim Auto Fahren 3 – Alternative Treibstoffe
Sparen beim Fahren 3 – Alternative Treibstoffe
Gas, Elektro oder Fritteuse – nicht nur beim Kochen, sondern auch beim Autofahren gibt es verschiedene Rezepte, den steigenden Benzinpreisen ein Schnippchen zu schlagen.
Im staatlichen Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing dreht sich alles um Partikelgrößenverteilung und Feinstaubanteile, Einflussfaktoren und Zündwilligkeit: hier werden Bio-Diesel, Rapsöl, Bioethanol, Erd- oder Biogas, BTL-Kraftstoffe (synthetische Kraftstoffe aus Biomasse), Wasserstoff und sogar Rindertalg, Schweineschmalz und Frittierfett auf Ihre Treibstoffqualitäten getestet. Eines haben alle diese Antriebsformen gemeinsam – sie basieren auf nachwachsenden Rohstoffen und sind daher umweltverträglicher als herkömmliches Benzin und außerdem deutlich billiger!
Erd- und Biogas
Grundsätzlich kann jedes benzinbetriebene Fahrzeug mit einem Ottomotor auch auf einen alternativen Betrieb mit Gas eingestellt werden. Dazu müssen ein Gastank, ein Zuleitungssystem zum Saugrohr und eine elektronische Steuerung an Bord des Fahrzeugs installiert werden. Dieser Einbau stellt einen erheblichen Eingriff in das Antriebssystem des Fahrzeugs dar, der das in der Typgenehmigung dokumentierte Abgasverhalten ändern und die Sachmängelhaftung oder eventuelle Garantien des Herstellers für das Antriebssystem außer Kraft setzen kann. Außerdem ist durch den Einbau der Gastanks in der Regel ein Verlust an Platz im Kofferraum verbunden. Fast alle Automobilhersteller bieten mittlerweile serienmäßige Erdgasautos an, die diese Nachteile nicht aufweisen.
Bio-Diesel
Biodiesel (auch RME genannt) wird aus Pflanzenölen gewonnen, die mittels eines speziellen Verfahrens zu Biodiesel umgewandelt werden. Dadurch hat Biodiesel gegenüber anderen, unbehandelten Pflanzenölen einige Vorteile: Die Fließfähigkeit ist auch bei niedrigen Temperaturen gewährleistet und die Verschmutzung von Teilen wie Einspritzpumpe oder Luftfilter wird gering gehalten. Biodiesel kann im Prinzip von jedem beliebigen Fahrzeug mit Dieselmotor getankt werden; Die Fahrzeughersteller geben ihre Dieselmotoren für Dieselkraftstoff (DIN EN 590) und größtenteils auch für Biodiesel (DIN EN 14214) frei. Mit diesen genormten Kraftstoffen werden die Fahrzeuge getestet und so lassen sich die vorgeschriebenen Abgasnormen erfüllen. In Deutschland gibt es gegenwärtig etwa 1900 Zapfsäulen für Biodiesel an regulären Tankstellen.
Bioethanol
Bioethanol oder Agraralkohol kann aus stärke- und aus zuckerhaltigen Feldfrüchten, also Zuckerrüben, Kartoffeln und Getreide hergestellt werden. In Deutschland wird Ethanol bisher vorwiegend in der Industrie und im Nahrungsmittelbereich verwendet, weltweit aber hauptsächlich als Kraftstoff! So werden beispielsweise die meisten in Südamerika produzierten Autos so konstruiert, dass es ihnen nichts ausmacht, mit reinem Bioethanol zu fahren. Immerhin fünf Prozent Bioethanol dürfen seit Anfang 2004 auch in Deutschland in den Treibstoff gemischt werden - ohne dass negative Folgen für die Motoren oder kostspielige Umbauten zu befürchten wären.
Salatöl und Co
Jeder Dieselmotor kann prinzipiell auf Dauer mit Ölen und Fetten betrieben werden, allerdings sind je nach Motor mehr oder weniger umfangreiche Umbaumaßnahmen erforderlich. Hierbei gilt: je älter das Auto, desto besser, denn gerade bei neueren Dieselmotoren sind beispielsweise Einspritzdüsen und Filter zu fein angelegt, um das bei der Verbrennung stark rußende Pflanzenöl verarbeiten zu können und diese Teile lassen sich gerade bei neuen Autos auch nur schwer umrüsten. Die Folge können teils schwere Beschädigungen des Motors sein, und Schäden, die durch den Einsatz von reinem Pflanzenöl entstehen, unterliegen nicht der Gewährleistung der Fahrzeughersteller! Von der Verwendung von reinem Pflanzenöl in einem funkelnagelneuen S-Klasse Mercedes ist also klar abzuraten! In Deutschland gibt es gegenwärtig etwa 10 000 Autos, die reines Salatöl tanken. Meist ist das Rapsöl, oft auch Soja- oder Sonnenblumenöl, das an einer der etwa 250 Pflanzenöl-Tankstellen in Deutschland oder direkt im Supermarkt „getankt“ werden kann. Noch kostengünstiger ist die Verwendung von Altölen und –fetten, beispielsweise von gebrauchtem Frittierfett: Beim Imbiss an der Ecke gibt´s das nämlich meist gratis! Friteusenöl und -fett ist ein Altstoff, der sachgemäß entsorgt werden muss. Für diese Entsorgung muss der Imbiss-Besitzer normalerweise bezahlen, aber da das Verfahren dieser Stoffe als Treibstoff eine ordnungsgemäße Entsorgung darstellt, nehmen Sie ihm hier eine lästige und teure Pflicht ab, vom ökologischen und ökonomischen Aspekt ganz zu schweigen. Gerade vor der Verwendung von gebrauchten Speiseölen und –fetten als Alternativ-Treibstoff gilt es aber, gründlich zu filtern, um den Motor vor Beschädigungen durch Reste von Salz oder gar Pommes-Frites zu bewahren. Filteranlagen für Öle und Fette und Pflanzenöl-Umrüst-Sets für Dieselfahrzeuge gibt es von unterschiedlichen Anbietern, je nach Kenntnisstand des Anwenders auch zum selber bauen.
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