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Riester Rente: Zuschussrente führt Geringverdiener zu Riester

Die Riester Rente ist nach derzeitigem Stand der Dinge auf dem Markt für private Altersvorsorge die einzige Möglichkeit für Geringverdiener, die geplante Zuschussrente der Bundesregierung umzusetzen. Der Bund der Versicherten (BDV) warnt jedoch davor, nach seiner Ansicht führe die Einführung der Zuschussrente zum „zwangsriestern“. Bundesministerin Ursula von der Leyen hält dagegen, dass nur mit Hilfe der Zuschussrente die zu erwartende Altersarmut der heute Erwerbstätigen, selbst wenn sich diese in Vollbeschäftigung befänden, vermieden werden könne.

Riester für Geringverdiener

Geringverdiener brauchen die Riester Rente

Die Zuschussrente soll auch Geringverdiener dazu bringen, Zeit ihres Berufslebens Geld in eine private Altersvorsorge zu investieren, damit sie im Alter nicht auf staatliche Sozialleistungen angewiesen sind. Allerdings steht Geringverdienern zum Erlangen der Ansprüche auf die staatliche Zuschussrente lediglich die Riester Rente offen. Dies liegt daran, dass Geringverdiener naturgemäß nur sehr geringe monatliche Beträge für ihre private Altersvorsorge aufwenden können. Der Markt für solche Rentenformen ist jedoch bis auf die Riester Rente vollkommen leergefegt. Der Bund der Versicherten befürchtet nun eine Monopolisierung.

Riester Rente: BdV fürchtet Riester Zwang

Durch das Alleinstellungsmerkmal der Riester Rente als einzige Altersvorsorge für Verbraucher mit niedrigem Einkommen sind der Bund der Versicherten und andere wichtige Verbraucherverbände alarmiert. BdV Präsident Kleinlein erklärt: „Faktisch führt die neue Zuschussrente zu einem Zwangsriestern für Geringverdiener“. Aufgrund der mangelnden Alternativen zur Riester Rente ist es schließlich nicht verwunderlich, dass diese Rentenform zur Abwicklung der geplanten Zuschussrente von den meisten Geringverdienern genutzt werden wird.

Zuschussrente ohne Riester Rente nicht durchführbar

Hierzu muss jedoch auch klar gesagt werden, dass die Nichtexistenz von Riester Alternativen nicht die Schuld der Bundesregierung ist, hier sind vielmehr die Anbieter der privaten Altersvorsorge dazu aufgerufen, entsprechende Produkte zu entwickeln und in ihr Portfolio aufzunehmen. Die strittige Kostentransparenz der Zuschussrente ist jedoch ein Punkt, bei welchem die Bundesregierung, vor allem das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, dem Ministerin von der Leyen vorsteht, dringend handeln sollte.

Für Geringverdiener ist die Riester Rente auch ohne Zuschussrente gut geeignet

Die Riester Rente ist auch ohne die von Bundesministerin von der Leyen angestrebte Zuschussrente für Geringverdiener gut geeignet. Dies liegt daran, dass die Riester Rente schon mit kleinsten Beträgen bedient werden kann, die staatliche Förderung, insbesondere für Familien mit Kindern, sehr hoch angesetzt wird und die Riester Rente sowohl Hartz IV als auch pfändungssicher ist. Für den Riester Sparer kommt es jedoch vor allem darauf an, dass er mit Hilfe der Riester Rente innerhalb einer gewissen Zeit einen ansehnlichen Betrag zusammen sparen kann, der ihm im Alter entscheidend dabei hilft, seine reguläre Rente aufzubessern. Ein Angebot zur Riester Rente finden interessierte Verbraucher hier.

UPDATE 06.09.2012

Riester Rente: Einführung der Zuschussrente vorerst wohl gescheitert

Die Einführung der Zuschussrente ist, zumindest für die laufende Legislaturperiode, offenbar gescheitert. Grund hierfür ist, dass die von der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, vorangetriebene Rentenform für Geringverdiener inzwischen nicht nur in den unteren Parteiebenen der CDU, sondern auch innerhalb der Fraktionsspitze heftig umstritten sind. Nun soll sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel ihrer Ministerin die Unterstützung für deren Projekt entzogen haben. Die Fraktionskollegen von der Leyens bemängeln das „unausgegorene Konzept“ der Zuschussrente und befürchten weitere Belastungen der Beitragszahler. Auch die mögliche Kopplung der Zuschussrente an eine Riester Rente stößt in Fraktionskreisen der CDU auf wenig Gegenliebe.

Rürup stellt sich hinter Zuschussrente

Der ehemalige Wirtschaftsweise Bert Rürup, Vater der nach ihm benannten Rürup Rente oder auch Basisrente, stellt sich jedoch voll und ganz hinter das Konzept der Zuschussrente. Es könne nicht angehen, dass Menschen, die ihr ganzes Leben lang gearbeitet hätten, aber auf Grund ihres geringen Einkommens nicht so viel in die Rentenkasse einzahlen konnten wie andere, mit jenen gleichgestellt würden, die in ihrem Leben wenig gearbeitet und deshalb auch wenig bis garnichts in die Rentkasse einbezahlt hätten. Auch wenn die Zuschussrente nicht mehr in dieser Legislaturperiode eingeführt würde, kommen werde sie in nächster Zeit auf jeden Fall, erklärte Rürup in einem Interview. Denn die Sachlage bezüglich der drohenden Alterarmut mache ein Handeln des Staates über kurz oder lang zwingend notwendig.

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