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Berufsunfähigkeitsversicherung: Gibt es die schwarze Liste?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist die Vorsorge, die eigentlich jeder Berufstätige in Deutschland abschließen sollte. Doch immer noch sind zu wenige gegen das Risiko Berufsunfähigkeit versichert. Einerseits liegt dies daran, dass noch immer zu wenige Verbraucher um die Gefahr, selbst einmal berufsunfähig zu werden, wissen. Andererseits werden viele Berufstätige, die sich für eine Berufsunfähigkeitsversicherung interessieren und eine entsprechende Anfragean eine ihnen bisher fremde BU Versicherung stellen, von dieser von Vornherein abgelehnt.

Schwarze BU Liste

Nicht nur bei der BU droht die schwarze Liste

Einen Grund hierfür sehen viele Verbraucher in der sogenannten schwarzen Liste, die zwischen den einzelnen Berufsunfähigkeitsversicherungen zirkulieren soll. Diese schwarze Liste soll Namen und Daten von Interessenten an einer Berufsunfähigkeitsversicherung enthalten, die für den Versicherer ein zu großes Zahlungsrisiko darstellen. Doch gibt es diese schwarze Liste der Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich, welchem Zweck dient sie und welche Daten sind in ihr enthalten? Der unabhängige Versicherungsvergleich von MISTER FINANCE ist diesen Fragen nachgegangen und hat interessante Erkenntnisse zusammengetragen.

Eine schwarze Liste der Versicherer existiert tatsächlich

Das Wichtigste vorab: Eine schwarze Liste der Versicherer existiert tatsächlich. Allerdings bezieht sich diese sogar nicht nur auf Berufsunfähigkeitsversicherungen, sondern auf alle Arten von Versicherungen. Natürlich heißt diese Liste auch nicht Schwarze Liste, sondern hört auf den schönen Namen „Hinweis- und Informationssystem“ (HIS) des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). In dieser Datenbank werden sämtliche Versicherungsinteressenten erfasst, die schon einmal einen Antrag auf eine Versicherung gestellt haben, vom angefragten Versicherer jedoch nicht nur abgelehnt, sondern auch umgehend an das HIS gemeldet wurden.

HIS informiert über mehr als vier Millionen Verbraucher

Nun wäre es an sich schon schlimm genug, wenn das HIS lediglich die Daten von abgelehnten Interessenten an einer Berufsunfähigkeitsversicherung enthalten würde. Tatsächlich hortet das System jedoch die Daten von allein vier Millionen abgelehnten Interessenten an sogenannten Personenversicherungen. Zu den Personenversicherungen gehören neben der Berufsunfähigkeitsversicherung auch beispielsweise die private Krankenversicherung (PKV) oder die Unfallversicherung. So kann es passieren, dass ein Verbraucher, der von einem Versicherer für eine PKV abgelehnt wurde, vom anderen Versicherer auch automatisch für eine BU abgelehnt wird.

Automatisierte Versicherungsablehnungen

Und das, ohne dass der Verbraucher dem zweiten Versicherer überhaupt erst seine Daten vorgelegt hat. Man könnte also sagen dass, ist ein Verbraucher erst einmal im HIS erfasst, ein Automatismus bezüglich seiner Versicherungsanfragen in Gang gesetzt wird. Für den Verbraucher wird dies schnell zum Teufelskreis. Denn wenn im HIS erfasst ist, dass er zum Beispiel einen risikoreichen Beruf ausübt, etwa Handwerker oder Bauarbeiter, oder eine Krankenvorgeschichte hat, weil er beispielsweise als Kind an leichtem Asthma litt, lehnt ihn fast jede Versicherung von Anfang an ab.

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