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Entlassungswelle, was wird aus dem Versicherungsschutz?

Aus verschiedenen Gründen wird es in nächster Zeit zu Massenentlassungen bei Karstadt, Neckermann, RWE und der Deutschen Bank kommen. Neben der berechtigten Sorge um ihre finanzielle Zukunft und die ihrer Familie müssen sich die Betroffenen auch fragen, was in Hinkunft aus ihrem Versicherungsschutz wird. MISTER FINANCE liefert die wichtigsten Antworten.

Allein von den Entlassungen der drei großen Unternehmen Karstadt, Deutsche Bank und Neckermann sind innerhalb Deutschlands voraussichtlich insgesamt über 5000 Arbeitnehmer betroffen, hinzu kommen noch einmal rund 8000 Stellen, die der Energie Riese RWE weltweit abbauen will, hiervon wird ebenfalls ein nicht unbedeutender Teil der deutschen Angestellten des Konzerns betroffen sein. Aus diesem aktuellen Anlass möchte MISTER FINANCE darüber aufklären, womit Arbeitslose bezüglich ihres Versicherungsschutzes rechnen müssen.

Krankenversicherung: Ob GKV oder PKV, Sorgen sind unbegründet

Wer seinen Arbeitsplatz verliert, muss sich zumindest nicht um seine laufende Krankenversicherung sorgen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Betroffene bisher Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse war oder Privatpatient. Denn läuft das Arbeitslosengeld I nach einem Jahr aus, weil der Betroffene keine neue Arbeitsstelle gefunden hat, zahlt der Versorgungsträger sowohl die Beiträge für die gestzliche Krankenversicherung als auch die Beiträge für die private Krankenversicherung. Allerdings muss das Jobcenter nach aktueller Rechtssprechung nicht für bestimmte Zuschläge zu privaten Krankenversicherung aufkommen.

Altersvorsorge: Riester- und Rürup Produkte sind Hartz IV sicher

Auch zum Thema Altersvorsorge kann zumindest für einen Teil der Betroffenen Entwarnung gegeben werden. Nämlich für jene, die eine staatliche geförderte Altersrente, also eine Riester Rente oder eine Rürup Rente abgeschlossen haben. Denn sowohl die Rürup- als auch die Riester Produkte zur Altersvorsorge sind Hartz IV sicher, das bedeutet, dass Sie vom Versorgungsträger nicht als angespartes Vermögen des Betroffenen verbucht werden dürfen und von diesem zunächst entsprechend „verlebt“ werden müssen, bevor er Anspruch auf staatliche Hilfen erhält. Allerdings sollten alle Betroffenen ihre Altersvorsorge beitragsfrei stellen lassen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer seinen Arbeitsplatz verliert und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, dem stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung: Er kann seine BUV entweder kündigen, beitragsfrei stellen oder die Höhe der BU-Rente senken lassen, was sich entsprechend auf die Höhe seiner Monatsbeiträge auswirkt. Die Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung ist aber der ungünstigste Weg. Es empfiehlt sich vielmehr, entweder eine Beitragsfreistellung mit dem BU-Versicherer zu vereinbaren oder, im Rahmen der Nachversicherungsklausel im BUV Vertrag, eine niedrigere BU-Rente ansetzen zu lassen.

Haftpflichtversicherung, Hausratversicherung und Rechtsschutzversicherung

Bezüglich der Sachversicherungen, also der Haftpflicht- und der Hausratversicherung sowie der Rechtsschutzversicherung, sollten Betroffene lieber nichts unternehmen. Denn erstens schützen Hausrat- und Haftpflichtversicherung vor hohen Folgekosten eines Missgeschicks, zweitens sind die Beiträge für diese beiden Policen nicht so hoch, dass sie innerhalb des monatlichen Ausgabebudgets zu sehr ins Gewicht fallen. Gleiches gilt auch für die Rechtsschutzversicherung. Diese wird nämlich vor allem dann wichtig, wenn man gegen Entscheidungen von Behörden, zum Beispiel des Jobcenters, juristisch vorgehen muss.

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